Der Saft der Pflanze soll in schwacher Dosierung den Abfluss der Menstruation steigern, der frische Saft äußerlich bei geringfügigen Verbrennungen, Sonnenbrand und Insektenstichen angewendet zur Milderung der Symptome führen. Da die in ihm enthaltenen Substanzen Gebärmutterreaktionen stimulieren können und sich in der Muttermilch anreichern, soll er während der Schwangerschaft und des Stillens vermieden werden.[9]
Um die gehaltvollen Blätter zu ernten oder den harmonischen Habitus der Pflanze zu bewahren, ist ganzjährig ein Schnitt möglich. Mit einem scharfen, desinfizierten Messer schneiden Sie die äußeren Blätter lediglich ein wenig an, um sie anschließend herauszudrehen. Auf diese Weise halten Sie die Wunde möglichst klein. Bestäuben Sie die offene Gewebewunde noch mit Holzkohlepulver, um sie zu versiegeln. Achten Sie beim Schneiden einer Aloe vera auf die bewehren Ränder der Blätter und schützen sich mit Handschuhen vor Verletzungen.
Alo Vera Pflanzen müssen regelmäßig in einen größeren Topf umziehen, denn sie wachsen sehr schnell und kontinuierlich das ganze Jahr über. Zur Orientierung sollte man immer dann umtopfen, wenn die Blätter den Rand des Topfes erreichen und auch das Wasser beim Gießen nicht mehr richtig aufgenommen wird. Wer seinen Bestand vergrößern oder erweitern möchte, der trennt beim Umtopfen Ableger und pflanzt diese erneut in einen geeigneten Topf um.

Sie können die heilende Pflanze z. B. in Form von Gel, Salben, Kapseln, Pulver oder Saft in Apotheken oder Naturwarenläden kaufen. Hier gilt es zu wissen, dass auch das verdünnte Aloe vera Gel oft als Saft bezeichnet wird. Hierbei wird das Gel zunächst gepresst. Dann wird ihm das Wasser entzogen. Auf diese Weise entsteht ein Trockenkonzentrat, das lange gelagert werden kann. Der Saft entsteht, indem dem Trockenkonzentrat nun wieder Wasser zugefügt wird.
Reines Aloe Vera Gel ist nicht nur teuer, wer nicht aufpasst kauft Produkte, welche mit etlichen Konservierungsstoffen oder künstlichen Duftstoffen versetzt sind. So werden sehr viele Produkte mit Aloe haltbar gemacht, obwohl inzwischen weitreichend bekannt sein dürfte, dass die natürlichste und reinste Form der Pflanze, die effektivsten Wirkungsweisen hat. Aus diesem Grund empfiehlt es sich sogar, sich eine eigene Aloe Vera Pflanze zu züchten und dessen wertvolle Säfte selbst zu ernten.
Ist Aloe Vera also ein Wundermittel? Aus pharmazeutischer Sicht sieht das Ganze ein wenig anders aus. Denn in der Blattrinde der Pflanze ist Aloin enthalten, ein bitterer Stoff, den die Aloe Vera zum Schutz einsetzt und der eine abführende Wirkung hat. Eine Überdosis Aloin kann schwerwiegende Folgen haben: Einer Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zufolge kann der Stoff krebserregend wirken.
Aloe vera wächst stammlos oder mit kurzen Stämmen, ist sprossend und bildet dichte Gruppen. Der Stamm erreicht einen Umfang von bis zu 30 Zentimeter. Die etwa 16 lanzettlich-verjüngten Laubblätter sind dicht rosettig am Stamm angeordnet. Ihre 40 bis 50 Zentimeter lange und 6 bis 7 Zentimeter breite Blattspreite ist graugrün und manchmal rötlich überhaucht. Die Blattoberfläche ist glatt. An den leicht rosafarbenen Rändern befinden sich im Abstand von 10 bis 20 Millimetern etwa 2 Millimeter lange, feste bleiche Zähne. Der getrocknete Blattsaft ist gelb.
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